Eine musikalische Inszenierung von Bernhard Petz für Solotuba und Cyberspace-Orchester im Bunker Güdderath.
Karfreitag, 3.April 2026 17:00 Bunker Güdderath
Eintritt: freiwillige Spenden, Telefonische Reservierung erbeten: 0163 1307534
BITTE WARM ANZIEHEN!!!
Das Oratorium Kreuzweg „Mit den Augen seiner Mutter“ komponierte Bernhard Petz 2019 für Solotuba großes Orchester, Orgel und elektronische Klänge. Grundlage ist seine Skulturenreihe, der Kreuzweg „Mit den Augen seiner Mutter“. 16 Betonskulturen, die auf einem Holzkreuz stehen.
Die 16 Stationen heißen:
I. BLUTSCHWITZEN – Andante Litanei
II. GEIßELUNG – Presto aggitato
III. DORNENKRONE – Andante bizzarro
IV. VERURTEILUNG – Andante maestoso
V. KREUZTRAGEN – Passaquaglia
VI. FALLEN – Passacaglia
VII. KLEIDERRAUB – Leno espressivo
VIII. KREUZNAGELN – Attacca aggressivo
IX. KREUZHÄNGEN – Tubaimprovisation
X. TODAMKREUZ – Silentio
XI. VOMKREUZGENOMMEN – Marcia funebre
XII. GRABLEGUNG – Marcia funebre
XIII. AUFERSTEHUNG – Molto Grave misterioso
XIV. HIMMELFAHRT – Andante Litanei
XV. OHNEWORTE – Rondo aggressivo
XVI. FRIEDENSGEBET – Molto grave
Bei der Aufführung wird Bernhard Petz die Solotuba live zu seinem Syberspace Orchestra spielen. Durch seine raumübergreifende Inszenierung seines Solopartes vermisst man keines Weges ein reales Orchester, das bei dem Konzert von der Tonanlage im Bunker mit 11 Boxen den Orchesterklang kraftvoll ersetz wird.
Für den Kreuzweg: „mit den Augen seiner Mutter“ wählte er eine reproduzierbare Form, die in Beton gegossen wurde und als Marienikone der Spiritualität eine leicht erkennbare Gestalt verleiht. Stahlprodukte wie Stacheldraht, Nägel, Armierungsstahl verkörpern den Schmerz. Stahl war und ist in der Waffenindustrie die wichtigste Grundlage und fügte der Menschheit große Schmerzen zu. Beton ist ein Material, das im flüssigen Zustand in jede denkbare Form gegossen werden kann und daher als Baustoff einen hohen Stellenwert gewonnen hat. Doch ohne Stahl ist Beton zerbrechlich und ohne bedeutende Statik – vergleichbar mit dem Evangelium von Jesus, das ohne seinen Tod und Auferstehung heute keinerlei Tragfähigkeit besäße.
„Aus allen Teilen der Erde kommen Schreckensnachrichten. Das Gefühl der Bedrohung wächst. Die Politiker, die Medien, die Mitmenschen, das Klima – alles macht uns Angst: Angst ist ein großes Potenzial, um Menschen in eine Richtung zu steuern.“ Was sehr gegenwärtig klingt, hat uralte Wurzeln. „Die Kirchen der Welt sind auf Angst aufgebaut, auf der Angst vor dem Teufel, vor der Sünde, vor der Hölle.“
Die Angst hat Bernhard Petz in seinem Gesamtkunstwerk „Mit den Augen seiner Mutter“ sichtbar und hörbar gemacht. Petz, Solo-Tubist bei den Niederrheinischen Sinfonikern und als Bildhauer unter dem Künstlernamen Bepe Meilenstein inzwischen bekannt, hat einen 16-teiligen Kreuzweg gestaltet und auch zu einem einstündigen Oratorium vertont.
Der Bunker Güdderath ist für die Aufführung dieses Werkes in der elektronischen Fassung mit Cyberspace-Orchester perfekt geeignet, denn es ist sozusagen der private Konzertsaal des Komponisten, indem Bernhard Petz seine Musik heranwachsen lassen kann und sie dann zum perfekt abgestimmten Klangerlebnis ausarbeit. Darüber hinaus steht der Kreuzweg dauerhaft in seinem Konzertsaal und so bietet diese Aufführung ein Gesamterlebnis dieses Kunstwerkes.


