Der im November 2024 verstorbene Maler Rudolf Weiher hinterlässt ein umfangreiches, vielfältiges Werk.
1941 in Koblenz geboren, lebte und arbeitete er seit 1986 als freischaffender Künstler in Mönchengladbach.
In den 1960 Jahren studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf bei Joseph Beuys. Es folgten zahlreiche Gruppen- sowie Einzelausstellungen beispielsweise in Paris, London, Berlin und Frankfurt.
Nach den turbulenten Jahren der Studienzeit bei Joseph Beuys zog sich Weiher 1973 in seine Heimat zurück, wo er lange auf einem Wohnschiff auf der Lahn lebte.
Betrachtet man das Gesamtwerk des Malers wird deutlich, wie sich unterschiedliche Schaffensphasen aneinander reihen.
Die ersten kleinformatigen Arbeiten zeigen eine abstrakte Bildsprache auf linearer Ebene, „geschriebene Bilder“, deren Chiffren und Arabesken in den folgenden Jahren in einzelne organisch anmutende Grundformen aufgelöst werden und zu mittel- und großformatigen, expressiv farbräumlichen Arbeiten in unterschiedlichster Maltechnik führen.
Die meisten dieser Bilder sind auf ungrundiertem Nessel mit selbst gemischten Farbtönen aus Pigmentpulver entstanden. Für andere Arbeiten hat der Künstler verschiedene Arten Folien als Untergrund verwendet.
Rudolf Weiher hat für seine Bilder bewusst keine Titel festgelegt. Für ihn stand fest, dass man die Wahrnehmungsprozesse, das „Erkennen“ eines Kunstwerks nicht umfassend durch Festlegung mit Sprache, geschrieben oder gesprochen, darstellen kann.
Es sei vor allem die sinnliche „beidseitige“ Anschauung, in der sich das Kunstwerk erschließt.
Die Ausstellung zeigt Arbeiten aus verschiedenen Schaffensphasen.
Vernissage: 29.3. 16:00 Uhr.
Danach ist die Ausstellung ist in der gesamten Karwoche bis Ostermontag von 15:00-16:00 kostenfrei geöffnet. Also: 30.3., 31.3., 1.4.,2.4.,3.4., 4.4.,5.4.und 6.4. von 15:00-16:00 geöffnet.
Ansonsten hängt die Ausstellung noch bis zum 7. Juni. In dieser Zeit während den angekündigten Führungen auf der Webseite oder telefonische Vereinbarung für 15,- EUR pro Person: 0163 1307 534 Führungen: SA 11.4. 18:00 SO 26.4. 15:00 SO 3. Mai 15:00 SA 9. Mai 18:00 SO 10.Mai 15:00 SA 16. Mai 18:00 SO 17. Mai 15:00 SA 23. Mai 18:00 SO 24. Mai 15:00 SO 31. Mai 15:00 SA 6. Juni 18:00 SO 7. Juni 15:00
Wir bieten eine anschliessende Diskussion mit Regie und Darstellern an. Ein Bunker im Irgendwo. Wir werden Zeuge der Erweckung von KI, einer künstlichen Lebensform. Das Wesen wird von seinem scheinbaren Schöpfer Dr. Wilson unterrichtet und konditioniert. Doch schon bald beginnt KI äusserst selbstständig zu agieren und eine Auseinandersetzung um die Sinnfrage der Existenz, um Verantwortung des Einzelnen, die Rolle des Geschlechts und nicht zuletzt um die Ordnung und Sauberkeit im Bunker beginnt. Irgendwann stellt KI die entscheidenden Fragen und ein Kampf um die Macht im Bunker beginnt. Doch was ist da Draussen und gibt es das überhaupt noch? Und dann geschieht etwas, dass alles verändert und die Welt des Bunkers auf den Kopf stellt…..
Die Produktion „GLUT Die Rückkehr aus der verlorenen Zeit“ geht die Diskussion um die Gefahr einer allmächtigen KI rückwärts an. Nicht die drohende Allmacht von künstlicher Intelligenz, sondern der Kampf zurück aus einer bepixelten Welt ins menschliche und seinen Körper soll erzählt werden. Der Text des Stückes ist eine Collage aus berühmten Literatur und Theater und Filmzitaten und Dialogen, aus politischen und wissenschaftlichen Statements und Werbeslogans, aus Musik und Multimediaelementen.
Im Mittelpunkt steht das Spiel der beiden Figuren, der Kampf der KI um Individualität und die nicht zur verfügung stehende Sprache. Die pure Kommunikation übers Zitat, erzeugtkomische und absurde Momente. Das Stück soll unterhalten und berühren und der Zuschauermöge sich im Kampf der Beiden um Menschlichkeit, Autonomität und Autorität zunehmend wiedererkennen. Man kann auch, und das ist beabsichtigt, den Kampf aus Sucht und Abhängigkeit in ein selbstbestimmtes Leben, in dem Stoff lesen. Können wir mit unserem Gegenüber im Einklang leben? Gibt es ein Ich im Wir und umgekehrt? Lässt die Flut an Information eine persönliche Weltsicht zu? Was ist Menschlichkeit? Was ist echt in einer Welt die sich nicht mehr überprüfen lässt? Was sind Gefühle wert? Sind wir überhaupt noch in der Lage, unsere Gefühle zu erkennen? Warum entstehen Gewalt und Zärtlichkeit? Und was ist das für eine Glut, die uns alle am Leben hält?
Der Regisseur und Schauspieler Axel Holst hat in vielen Jahren als Darsteller, Regisseur und Schauspiellehrer an der Hochschule für Musik und Theater Rostock eine Theatersprache entwickelt, die vor allem auf hochemotionalem, körperbetontem Spiel in einfachen, aber wirkungsvollen Räumen (die vor allem wegen ihrer Natur, nicht durch künstliche Theaterbauten ihre Wirkung entfalten) und dem Umgang mit Popkulturellen Zitaten beruht. Für die Darstellung des Torward Helmer in Kay Voges NORA Inszenierung, erhielt er den Preis für den besten Darsteller des Landes NRW. Diese Vorstellung von Theater als Raum der emotionalen und körperlichen Intensität, der seine ganz eigene Logik entwickelt und die Zuschauer hineinzieht in eine Welt der weitgehenden Möglichkeiten, der Verarbeitung und der Utopie, findet auch in dieser Produktion statt.
Der Bunker Güdderath spielt durch seine beeindruckende Räumlichkeit zwischen Abriegelung und Schutz, und seine einmalige materielle Beschaffenheit von nacktem Beton aber auch durch seinen athmosphärischen, bereits vorhandenen Bühnenraum die dritte Hauptrolle . Schon das Betreten des Bunkers gehört zur Inszenierung der Stückes so dass der Zuschauer eine Zeitreise in die Vergangenheit der Zukunft erlebt, und schon beim Erreichen des Zuschauerraumes sich mitten in der kleinen, kalten Welt der beiden Protagonisten befindet. Die Schauspielerin und Musikerin Uta Holst Ziegeler und ihr Mann Axel Holst arbeiten seit vielen Jahren zusammen. Sie arbeiteten gemeinsam an freien Videoprojekten (UTAUnTAmed) und Hybridabenden aus Lyrik und Musik (Songs und Gedichte vom Ende der Couch) und als Schauspieler in vielen Theaterinszenierungen, vor allem am Schauspiel Dortmund (DIE MÖWE von Tschechov Regie Anu Saari, WINKELMANNS REISE INS U von Adolf Winkelmann, DIE 39 STUFEN von Kay Voges). Uta Holst Ziegeler spielte bereits in zwei Stückentwicklungen von Axel Holst unter seiner Regie. (STIRB SCHNELLER am Staatstheater Kassel und METALLOID am Schauspiel Dortmund). Die beiden sind ein eingespieltes Team, deren Ziel, lustvolles, interessantes, lebendiges, körperbetontes Theater vor allem unterhaltsam stattfinden zu lassen, auch an diesem Abend zum Tragen kommt. Wir freuen uns, wenn Sie unseren Theaterabend besuchen und stehen Ihnen danach gerne für ein Gespräch zur Verfügung.
Das Oratorium Kreuzweg „Mit den Augen seiner Mutter“ komponierte Bernhard Petz 2019 für Solotuba großes Orchester, Orgel und elektronische Klänge. Grundlage ist seine Skulturenreihe, der Kreuzweg „Mit den Augen seiner Mutter“. 16 Betonskulturen, die auf einem Holzkreuz stehen.
Die 16 Stationen heißen:
I. BLUTSCHWITZEN – Andante Litanei II. GEIßELUNG – Presto aggitato III. DORNENKRONE – Andante bizzarro IV. VERURTEILUNG – Andante maestoso V. KREUZTRAGEN – Passaquaglia VI. FALLEN – Passacaglia VII. KLEIDERRAUB – Leno espressivo VIII. KREUZNAGELN – Attacca aggressivo IX. KREUZHÄNGEN – Tubaimprovisation X. TODAMKREUZ – Silentio XI. VOMKREUZGENOMMEN – Marcia funebre XII. GRABLEGUNG – Marcia funebre XIII. AUFERSTEHUNG – Molto Grave misterioso XIV. HIMMELFAHRT – Andante Litanei XV. OHNEWORTE – Rondo aggressivo XVI. FRIEDENSGEBET – Molto grave
Bei der Aufführung wird Bernhard Petz die Solotuba live zu seinem Syberspace Orchestra spielen. Durch seine raumübergreifende Inszenierung seines Solopartes vermisst man keines Weges ein reales Orchester, das bei dem Konzert von der Tonanlage im Bunker mit 11 Boxen den Orchesterklang kraftvoll ersetz wird.
Für den Kreuzweg: „mit den Augen seiner Mutter“ wählte er eine reproduzierbare Form, die in Beton gegossen wurde und als Marienikone der Spiritualität eine leicht erkennbare Gestalt verleiht. Stahlprodukte wie Stacheldraht, Nägel, Armierungsstahl verkörpern den Schmerz. Stahl war und ist in der Waffenindustrie die wichtigste Grundlage und fügte der Menschheit große Schmerzen zu. Beton ist ein Material, das im flüssigen Zustand in jede denkbare Form gegossen werden kann und daher als Baustoff einen hohen Stellenwert gewonnen hat. Doch ohne Stahl ist Beton zerbrechlich und ohne bedeutende Statik – vergleichbar mit dem Evangelium von Jesus, das ohne seinen Tod und Auferstehung heute keinerlei Tragfähigkeit besäße.
„Aus allen Teilen der Erde kommen Schreckensnachrichten. Das Gefühl der Bedrohung wächst. Die Politiker, die Medien, die Mitmenschen, das Klima – alles macht uns Angst: Angst ist ein großes Potenzial, um Menschen in eine Richtung zu steuern.“ Was sehr gegenwärtig klingt, hat uralte Wurzeln. „Die Kirchen der Welt sind auf Angst aufgebaut, auf der Angst vor dem Teufel, vor der Sünde, vor der Hölle.“
Die Angst hat Bernhard Petz in seinem Gesamtkunstwerk „Mit den Augen seiner Mutter“ sichtbar und hörbar gemacht. Petz, Solo-Tubist bei den Niederrheinischen Sinfonikern und als Bildhauer unter dem Künstlernamen Bepe Meilenstein inzwischen bekannt, hat einen 16-teiligen Kreuzweg gestaltet und auch zu einem einstündigen Oratorium vertont.
Der Bunker Güdderath ist für die Aufführung dieses Werkes in der elektronischen Fassung mit Cyberspace-Orchester perfekt geeignet, denn es ist sozusagen der private Konzertsaal des Komponisten, indem Bernhard Petz seine Musik heranwachsen lassen kann und sie dann zum perfekt abgestimmten Klangerlebnis ausarbeit. Darüber hinaus steht der Kreuzweg dauerhaft in seinem Konzertsaal und so bietet diese Aufführung ein Gesamterlebnis dieses Kunstwerkes.
Die Köpfe unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger – unendliche Weiten. Kleinstgehirne rotieren im Orbit um hohle Phrasen, sinnlose Fragen und Gedankenkonstrukte der überflüssigen Art. Houston, wir haben 80 Millionen Probleme! Beim genauen Blick auf den Alltag des deutschen Durchschnittsmenschen wird einem klar: Der sicherste Beweis für intelligentes Leben im All ist, dass es uns nie kontaktiert hat. Also befüllt Axel Holst seine Rakete mit hochexplosiven Texten des Satirikers Dietmar Wischmeyer und hebt ab, um seine Mission zu erfüllen: den Urknall der Dummheit endlich ein für alle Mal rückgängig zu machen. Ein kleiner Schritt für ihn, ein großer Tritt in den Hintern der Menschheit!
Dietmar Wischmeyer gehört zu den extrem scharfzüngigen und gnadenlosesten deutschen Kolumnisten und Satirikern: Bei seinen regelmäßigen Auftritten in der ZDF „heute-show“, bei radio ffn und beim RBB-Sender Radio Eins sowie in seinen Bühnenprogrammen und Büchern nimmt Dietmar Wischmeyer alles und jeden aufs Korn. Gerüstet mit einem überspitzt misanthropen Menschenbild wirft der Mann aus Melle-Oberholsten am Wiehengebirge seinen ganz eigenen Blick auf die Zumutungen, denen der moderne Mensch durch seinen Alltag und vor allem seine sogenannten „Mitmenschen“ ausgesetzt ist.
Axel Holst, Schauspieler, Maler und Autor, wurde bekannt durch seine Rollen an den großen Theaterbühnen NRWs und seine Arbeit im deutschen Fernsehen. 2024 erschien sein Erzählband WASCHBÄRENBLUES beim Literatur Quickie Verlag Hamburg. Ihn verbindet eine tiefe Zuneigung mit dem Bunker Güdderath.
Axel Holst verarbeitet in seinem neuen Buch WASCHBÄRENBLUES jene Zeit, in der unsere Welt aus den Fugen ging. Mit mal leisem, mal lautem Witz und viel Lakonie schildert er die Erlebnisse der Bewohner eines Plattenbaugebietes im Rheinland zwischen Lockdown und Maskenpflicht. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge, aber nie moralisierend, erzählt er von denen, die allzu oft vergessen werden. Den Jungen und Alten, den Nachbarn, denen, die mit uns in der Schlange des Supermarkts stehen….
Am 4. Mai liest Holst aus seinem Buch, die Musikerin U.T.A. spielt dazu feinste Bluesmusik. Im Ticketpreis inbegriffen ist ein Heft mit Storyauszügen.
Axel Holst hat nach einer Buchdruckerlehre Grafik und Schauspiel studiert und war an zahlreichen großen deutschen Bühnen als Schauspieler engagiert. Bekannt wurde er mit seiner Rolle als Roland Landmann in der Lindenstraße.
2023 Veröffentlichung des Erzählbandes: Blinde Versuche über das Töten: von Menschen“ zusammen mit Ulrike Schrimpf. Er lebt und arbeitet heute als Schauspieler,
Autor und Illustrator in der Nähe von Düsseldorf.
U.T.A. Ist eine über die Grenzen von NRW hinaus bekannte Singer/songwriterin. Mit ihrer unverwechselbaren Stimme und ihrer besonderen Mischung aus Soul, Blues und Countrymusik begeistert sie Puplikum und Kritik gleichermaßen.
Pressestimmen:
Von Waschbären, die eigentlich Füchse sind, Papierflieger-Menschen, vorgeblichen Schwerbeschädigungen, Hosenscheißern, dem Leben in der Platte und einer Pandemie, die uns noch lange in den Knochen stecken wird, erzählt Axel Holst – zum Schreien komisch, herzzer- reißend und gekonnt. LITERATUR QUICKIE VERLAG
Axel Holsts Waschbärenblues-Texte sind komisch, kritisch, traurig, hintergründig und erfinderisch.
Holst, der ein versierter Schauspieler ist, liest seine eigenen Texte und performt sie perfekt – nicht nur ich lag vor Lachen unterm Tisch, und dann wieder blieb mir das Lachen abrupt in der Kehle stecken
Ulrike Schrimpf, Signaturenmagazin
Detailliert feinsinnig und doch gnadenlos ehrlich bringt der Autor seine Beobachtungen rund ums (Un)Menschliche zu Papier, nah den Dingen der Zeit. Das gerade noch heitere Schmunzeln auf den Lippen wechselt im nächsten Moment zu Betroffenheit über; diesen Blues schafft der Waschbär gelungen!
Teilnahmegebühr: 100,- EUR an der Abendkasse. Verbindliche Anmeldung erbeten 0163 1307534 oder per Mail: info@bernhardpetz.de
Nachdem unser erster Braukurs letztes Jahr großen Anklang gefunden hat, bieten wir am 1. August 2026 einen weiteren TERMIN für diesen besonderen Event im Bunker Güdderath an!
Klar, im Biergenuss mögen Sie bereits Profi sein, doch wissen Sie auch, wie Ihr Lieblingsgetränk hergestellt wird? Dann sollten Sie unbedingt unseren Braukurs besuchen!
Einmaischen
An diesem Tag lernen Sie alles über die Zutaten des Bieres und den Brauprozess, bevor es dann in die Praxis geht. Denn hier werden Sie nicht nur zuschauen, sondern tatsächlich Ihr eigenes Bier brauen! Und zwar mit einfachem (aber ausgeklügeltem!) Equipment, sodass Sie Ihr neu erlerntes Wissen auch bald zuhause anwenden können, wenn Sie möchten.
viel rühren
Neben einer geballten Ladung an Know-how warten einige Aufgaben auf Sie, vom Schroten von Malz über geduldiges Rühren und Einhalten der Temperatur bis hin zum schönen Moment, in dem Sie die Hefe auf die Würze streuen, damit Sie bald Ihr Bier probieren können. Und das werden Sie tatsächlich, denn ein paar Wochen nach dem Braukurs können Sie eine große Flasche Ihres selbst gebrauten Bieres abholen und dürfen es stolz genießen.
Abläutern
Als besonderes Special gibt es über den Tag verteilt ein Biertasting, bei dem Sie verschiedene Bierstile kennenlernen und professionell verkosten werden. Zur Mittagszeit servieren wir eine mit Liebe selbstgemacht Brotzeitplatte.
dabei immer wieder Bier genießen!
Die Plätze sind auf 10 Teilnehmer begrenzt. Denn damit es ein schönes Learning by Doing wird, sollte die Gruppe nicht zu groß sein.
Preis: 100 Euro inklusive Brotzeit, Wasser, Kaffee, Biertasting und 1 Liter des selbstgebrauten Bieres
Nur Barzahlung möglich
Für den Bierdurst zwischendurch bieten wir Flaschenbier zum Verkauf an
Auch wenn es draußen bereits nach Sommer aussehen mag, herrschen im Bunker kühle 16°C. Denken Sie also an entsprechend warme Kleidung, schließlich halten wir uns einige Stunden im Bunker auf.
Wir freuen uns auf Ihre Anmeldungen! Reservierungen unter info@bernhardpetz.de oder telefonisch via 0163 1307534
Vernissage: 25. April 19:00 Musikalische Umrahmung von Bernhard Petz.
26., 27. und 28. April ist der Bunker von 16:00 – 18:00 für Besucher geöffnet!
Eintritt frei
Die Ausstellung ist ein Nachruf auf den Künstler Hardin Plischki, der im Dezember 2023 mit 86 Jahren verstarb. Seine 5 Jahrzehnte andauernde thematisch konsequente Auseinandersetzung (Zeichnungen, Aquarelle, Bilder) war beispielhaft und wird durch Werke seiner Malerei im Kunstbunker Güdderath vorgestellt.
Zitat von Hardin Plischki:
„Kunst als höchste Form der Aufmerksamkeit ist unverzichtbar – ohne sie gibt es keine Liebe.“
Bepe Meilenstein 2020
Nachruf auf Hardin Plischki
Hardin Plischki verstarb im Dezember 2023 im Alter von 86 Jahren.
Der kreative Schaffensprozess in selbstbestimmter Unabhängigkeit bedeutete dem Künstler innere Notwendigkeit. Daher arbeitete er die meiste Zeit seines Lebens parallel zur Profession des Künstlers in wechselnden Zweitberufen. Die sicherten ihm finanzielle Eigenständigkeit, während er nach Wahrhaftigkeit suchte, in der Kunst konsequent ein marktorientiertes Streben mied und auch gegen Widerstände mit seinem Werk rang. Sein persönlicher Leitsatz „Kunst ist, das Unmögliche zu wagen und das Mögliche zu tun“ betont die Bereitschaft, persönliche Grenzen auszuloten. Das persönliche Umfeld erlebte Plischki als fleißigen Arbeiter an seiner Kunst, der seine Ideen oft lange mit sich trug, ehe er sie im Bild umsetzte. Der Künstler hatte freie Malerei studiert, und doch brauchte es verschiedene Werkphasen und eine eingehende Reflexion, bis er sich der Abstraktion tatsächlich zuwandte. Sein Werk ist wesentlich geprägt von der Liebe zu Rhythmen, musikalischen Verläufen und Literatur, insbesondere zu Werken der so unterschiedlichen Dichter Gottfried Benn und Ivan Goll. Wie in Schaffensprozessen strebte Plischki auch in der Rezeption von Kunst nach der Verbindung des scheinbar Unvereinbaren.
Der Künstler wurde 1937 in Potsdam geboren. Nach einer Lehre und anschließenden Gesellenzeit studierte er von 1957 bis 1962 freie Malerei an der Hochschule für Künste in Westberlin. Nach dem Studium arbeitete er zunächst als Dekorateur beim Film und an der Berliner Oper. 1979 zog er nach Mönchengladbach. Er gehörte zur Gruppe der c/o-Künstler und war Mitglied der Künstlergemeinschaft „Der blaue Rheydter“. Im Sommer 2023 stellte Plischki letztmals zu Lebzeiten während des spartenübergreifenden Festivals „Ensemblia“ im Kunstbunker Güdderath aus. Der Großteil der Werke fand noch vor seinem Versterben Eingang in die Sammlung von Bernhard Petz.
Plischki hatte sein Schaffen mehrfach einem Wandel unterzogen. In Zeichnung und Aquarell spielte er vorbereitend durch, was in der Malerei machbar sein könnte. Von 1972 bis 1974 gestaltete der Künstler flächige Bildkompositionen mit eigenständigen Formen auf einfarbigem Hintergrund. Monochrome Basis und sich rundende Formen verweisen auf die wichtige Phase der Punktkompositionen. Sie sollten in hoch konzentrierter, akribischer Gestaltung und oft meditativen Ausstrahlung zehn Jahre lang sein Schaffen bestimmen. In dieser Phase bezeichnete Plischki den Punkt als äußerste Verdichtung von allem, als Urelement, das ihm Konzentration, geistige Arbeit und ein „konkretes Geheimnis“ bedeute. Die 1984/ 1985 entstandene Plakatreihe „Hommage au Point – Ehrung für den Punkt“ dokumentiert in starker Verdichtung Plischkis Bestreben, die komplexe Auseinandersetzung mit dem punktuellen Vorgehen erfahrbar zu machen.
Auf die Punktkompositionen folgte 1987 die wesentlich dynamischere Werkphase der Anagramme mit Wortpaaren, die ins Verhältnis zum Punkt gesetzt sind. 1989 fand Plischki zur freien Malerei, die sein Schaffen siebzehn Jahre lang prägte. Der anschließende Periode der spontanen Umsetzung innerer Bilder in Form und Farbe ging die eingehende Auseinandersetzung mit Literatur, Musik und Naturwissenschaften voraus. Im Alter von 76 Jahren begann der Künstler die Beschäftigung mit weißgrundigen Bildern. Hier setzte er farbig aufgemalte Formen ins Verhältnis zur modellierenden Zeichnung, die für den Betrachter abhängig von Licht und Sichtweise erfahrbar ist.
In Kooperation mit dem Bunker Güdderath veranstaltet die Gleichstellungsstelle der Stadt eine Lesung mit Julia Korbik, die aus ihren Büchern „Gut genug“ – Eine Kurzgeschichte über Partnerschaftsgewalt und „Stand Up – Feminismus für alle“ liest.
Für das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ hat die Autorin im April 2020 eine fiktive Kurzgeschichte geschrieben. Darin versetzt sich Korbik in die Perspektive einer Frau, die zusehen muss, wie eine Freundin sich immer mehr von ihr abwendet. Wie kann man helfen, wenn eine Freundin, eine Bekannte oder eine Kollegin Gewalt erlebt? Wie herausfordernd es sein kann – und wie wichtig zugleich –, andere zu unterstützen, zeigt Korbik feinfühlig und authentisch. Die Geschichte soll anderen Mut machen, hinzusehen und Betroffenen beizustehen. Julia Korbik lebt und arbeitet als Autorin, Speakerin und freie Journalistin in Berlin. Sie schreibt über Politik, (Pop) Kultur, Feminismus und Alltag. Ihre Texte sind u. a. bei ze.tt, fluter, Junge Welt und im Tagesspiegel erschienen. Sie ist u. a. Autorin des Buches „Oh Simone! Warum wir Beauvoir wiederentdecken sollten“ und wurde im November 2018 mit dem Luise-Büchner-Preis für Publizistik ausgezeichnet.